„Manchmal entstehen aus Begegnungen neue Ideen.

Beim Granseer Kuchen Sommer kamen auch Teilnehmende des Projektes B-WEG-N mit JUT ESSEN in Kontakt.

B-WEG-N ist ein Projekt an der TÜV Rheinland Akademie Gransee. Hier werden Menschen nach längerer Arbeitslosigkeit dabei begleitet, wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen, neue berufliche Perspektiven zu entdecken und Schritt für Schritt zurück ins Arbeitsleben zu finden.

Aus der Begegnung beim Kuchen Sommer entstand eine schöne Zusammenarbeit – und daraus die Idee für einen gemeinsamen Knigge-Kurs. Finanziert durch JUT ESSEN konnten 16 Teilnehmende von B-WEG-N gemeinsam mit Dozentin Angela Thormann einen abwechslungsreichen Tag rund um Auftreten, Benimmregeln, Tischkultur und gemeinsames Genießen erleben.

Knigge ist mehr als Messer und Gabel

Los ging es nicht am gedeckten Tisch, sondern bei uns selbst: Wie trete ich auf? Was ziehe ich beispielsweise bei einem Restaurantbesuch an? Wie stelle ich mich richtig vor? Welchen ersten Eindruck hinterlasse ich? Gehört das Handy auf den Tisch?

Dann wurde direkt praktisch geübt. In Zweiergruppen interviewten sich die Teilnehmenden gegenseitig und stellten anschließend ihr Gegenüber der Gruppe vor. Dabei ging es auch darum, wie eine professionelle Vorstellung im beruflichen Kontext gelingt.

Anschließend standen viele kleine Regeln mit großer Wirkung auf dem Programm: Wer grüßt zuerst? Wer reicht wem die Hand? Wie sieht ein angenehmer Händedruck aus – weder zu kräftig noch wie der sprichwörtliche „tote Fisch“? Und wie verhalte ich mich so, dass sich auch mein Gegenüber wohlfühlt?

Schnell wurde deutlich: Knigge bedeutet weit mehr als Benimmregeln. Es geht um Aufmerksamkeit, Respekt und einen wertschätzenden Umgang miteinander.

Dann wurde es festlich. Die weißen Tischdecken kamen auf die Tische und gemeinsam wurde ausprobiert, wie eine schön gedeckte Tafel entsteht.

Wo liegen Messer, Gabel und Löffel? Wohin gehört das Dessertbesteck? Wo steht der Beistellteller? Wie faltet man eine Serviette wie im Restaurant? Wie herum gehört sie auf den Schoß? Und wie sitzt man eigentlich richtig am Tisch?

Auch für die ganz praktischen Fragen der Teilnehmenden war viel Raum: Wohin mit meiner Jacke? Was mache ich, wenn mir etwas nicht schmeckt? Wer hilft wem beim Hinsetzen? Was sage ich wann – und welche Gewohnheiten sollte man vielleicht noch einmal hinterfragen?

Und dann hieß es: ausprobieren!

Bei einem Vier-Gänge-Menü konnten die Teilnehmenden das Gelernte direkt in die Praxis umsetzen.

Zum Auftakt mixten sie selbst den alkoholfreien Longdrink  „Florida“ als Aperitif. Es folgte frisch zubereiteter Kräuterquark mit Brot als Amuse gueule. Beim Hauptgang – selbstgemachter Pizza – konnte gleich die nächste Knigge-Frage geklärt werden: Besteck oder Finger?

Für den süßen und gleichzeitig spektakulären Abschluss sorgte schließlich eine flambierte Ananas – eines der Highlights des Tages.

Was bleibt?

Das Feedback der Teilnehmenden zeigte, wie viel von diesem Tag hängen geblieben ist.

Besonders gut kamen die praxisnahen Übungen, die abwechslungsreiche und kurzweilige Gestaltung und die lockere Art von Dozentin Angela Thormann an. Gelobt wurden außerdem die angenehme Atmosphäre, die gute Stimmung in der Gruppe und der ausgewogene Wechsel zwischen Gespräch, praktischem Ausprobieren und Pausen.

Und manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die besonders in Erinnerung bleiben: Wie lege ich die Serviette richtig auf den Schoß? Wie sitze ich gut am Tisch? Wie gebe ich meinem Gegenüber angenehm die Hand? Wer darf zuerst Guten Appetit sagen?

Der Knigge-Kurs zeigte damit ganz praktisch, was aus regionaler Zusammenarbeit entstehen kann: Menschen zusammenbringen, Neues ausprobieren, Wissen vermitteln, Selbstsicherheit stärken, Gemeinschaft und Wertschätzung rund ums Essen erlebbar machen.

Ein herzliches Dankeschön an JUT ESSEN für die Finanzierung und die Möglichkeit, diesen besonderen Tag gemeinsam mit unseren Teilnehmenden umzusetzen – und an Angela Thormann für einen Knigge-Kurs, der alles andere als steif und trocken war.“

Von uns vielen Dank an Antje Düwel für den schönen Bericht und die Organisation!